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PHILOSOPHIE & PÄDAGOGIK

Die Phase der ersten 6 Lebensjahre ist ein sehr prägender Abschnitt des menschlichen Lebens. Gerade in dieser Zeit möchten wir Kindern die Räume schaffen und die Aufmerksamkeit geben, die sie für ihre individuelle Persönlichkeitsentwicklung brauchen.

Wir möchten Kinder auf die vielfältigen Anforderungen des 21. Jahrhunderts intellektuell, emotional und sozial vorbereiten. Dabei spielt auch die frühzeitige Vermittlung traditioneller Kulturtechniken etwa aus den musischen und kreativen Bereichen eine wichtige Rolle.

Jedes Kind hat seine ganz eigenen Talente. Stärken sollen individuell entdeckt, geweckt und entfaltet werden. Ebenso sollen mögliche Schwächen rechtzeitig erkannt und durch individuelle pädagogische Maßnahmen aufgefangen werden. Und das Kind soll dabei immer Kind bleiben.

Vielfalt und Verschiedenheit sind unser gesellschaftlicher Alltag und bedeuten Normalität. Es ist uns eine Herzenssache, in der Kinderbetreuung gemeinsam einen wertschätzenden Umgang zu leben, der durch Partizipation und Toleranz geprägt ist.

Um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, bedienen wir uns der verschiedensten pädagogischen Ansätze: Montesorri, situationsorientierter Ansatz, projektbezogenes Arbeiten usw. Diese reflektieren wir regelmäßig in unseren Teams und strukturieren uns den Bedarfen der Kinder entsprechend neu.

WAS BRAUCHEN KINDER HEUTE?

Wir haben Kontakt zu Grundschulen aufgenommen und sie gefragt: „Was können wir als Kita tun, um unseren Kindern den Schulanfang zu erleichtern und sie gut vorzubereiten auf das, was ab Schulbeginn auf sie einwirkt?“

Der einhellige Wunsch ging nicht in die Richtung vorzeitiges Erlernen von Buchstaben, Zahlen, Schreiben, Rechnen oder Lesen. Vielmehr ging es um das Schaffen von Grundlagen, die das Lernen erst ermöglichen. Ein Problem, das auch in den PISA-Studien deutlich wurde.

Wichtig sind dabei Dinge wie:

  • Erlernen von Sozialkompetenzen
  • Fähigkeit zur Ausdauer
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Altersgemäße Fein- und Grobmotorik
  • Zuhören können

Zu Beginn der Schulzeit sollten die Kinder gesellschaftliche Fähigkeiten besitzen, die das inhaltliche Lernen erst möglich machen. Viel zu oft mangelt es an der Bereitschaft, auf eine schnelle Bedürfnisbefriedigung zu verzichten.

Gemeint sind z.B. die Fähigkeiten:

  • Meinungen von anderen zu respektieren und nicht direkt zu bewerten
  • das Aushalten, wenn ich mich melde, nicht sofort drangenommen zu werden
  • sich über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren
  • wenn eine Tätigkeit nicht sofort funktioniert, dies auszuhalten, ohne auf sich oder andere Menschen wütend zu sein
  • eigeninitiativ nach Lösungen zu suchen und nicht vorgegebene Lösungsmöglichkeiten als einzig möglich zu betrachten

ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DEN MANGEL

Wir stellen Hypothesen auf, die den einen oder anderen Mangel erklären könnten:

 „Unsere heutige Gesellschaft ist eine konsumierende Gesellschaft.“

Es werden Leistungen und Sachgegenstände eingekauft. Das Erleben eines Prozesses z.B. „vom Mehl zum Brot“ ist dabei nicht mehr das Thema, das unseren Alltag beherrscht. Der Gedanke, wo man welche Leistung für wie viel Geld einkaufen kann, ist zentraler als der Gedanke, wie mache ich es selbst und was brauche ich dafür.

Das Produkt wird höher bewertet als der Entstehungsprozess, die sofortige Genussbefriedigung steht im Vordergrund: schnell das Ziel erreichen, anstatt die Zufriedenheit beim Entstehen zu erleben und das Produkt als einen Teil des Ganzen zu erkennen.

„Unsere Gesellschaft hat sich verändert!“

Dabei stellt sich nicht die Frage, ob positiv oder negativ. Wichtig für uns ist: Wie fangen wir diese gesellschaftlichen Veränderungen bei unseren Kindern auf, um ihnen das prozessorientierte Lernen zu ermöglichen, das ihnen einen leichteren Einstieg in den Schulalltag und in ihr zukünftiges Leben beschert?

Natürlich spüren auch die Kindertagesstätten den steigenden Druck: Die Erzieher und Pädagogen müssen sicht- und messbare Leistungen erbringen, die bei Eltern einen Wert darstellen. Prozessorientiertes Arbeiten ist aufgrund der Gruppenstärken und des Personalspiegels meist nicht mehr umfassend möglich. Die Folge ist, dass häufig auf Angebote zurückgegriffen wird, die in großer Zahl und mit wenig Aufwand durchführbar sind – die Kinder erlernen Tätigkeiten, die in kurzer Zeit zu einem Ergebnis führen.

Lesen, Schreiben und Rechnen sind aber Tätigkeiten, die Ausdauer und die Fähigkeit des Abwartens verlangen, um nachhaltig verankert werden zu können. Viele Kinder empfinden diese Tätigkeiten aus ihrem bisherigen Lernkontext heraus als äußert mühsam, da sie nicht schnell zum Ziel führen. LehrerInnen sind ständig bemüht, die Kinder „bei Laune“ zu halten, um ihre Aufmerksamkeit nicht zu verlieren.

Das eigentliche inhaltliche Lernen rückt für uns somit erst einmal in den Hintergrund. Die Lernfähigkeit muss zunächst erarbeitet werden.

WIE KÖNNEN WIR UNSEREN KINDERN HELFEN,
DEN PROZESS DES LERNENS ZU VERINNERLICHEN?

Bei Kleinkindern

Räume schaffen, die zum Erkunden ermuntern.

Wir bestärken sie beim Erkunden mit Gestik, Mimik und Sprache. Durch gezeigtes Interesse geben wir ihrem Tun eine positive Wertigkeit.

Kinder in diesem Alter haben eine beschränkte Wahrnehmung, was materielle Einordnung angeht – sie greifen nach allem, was sie sehen, um es zu begreifen. Dabei erleben sie ständig unterschiedliche Reaktionen von Menschen, die positiv oder negativ sein können.

Aber warum? Diese relevanten Unterschiede sprachlich zu vermitteln, ist auf diesem Entwicklungsstand häufig noch nicht möglich. Die Folge: Im Laufe der Zeit ver-
knüpfen die Kinder das Greifen nach Dingen mit der Suche nach der Reaktion des nächsten Menschen, um zustimmende oder ablehnende Signale zu erfahren. Und zuviel negative Verstärkung kann ihren Drang, Dinge begreifen zu wollen, einschränken.

Wir können nicht alles zulassen, aber wir können die Welt der Kinder so erkundbar wie möglich machen, damit sie ihr natürliches Interesse am Forschen und Entdecken nicht verlieren! 

Bei Kindergarten- und Schulkindern

Wie immer muss die gute Mischung stimmen!

Wir bieten Projekte an,

  • die aus Tätigkeiten bestehen, die schnell zum Erfolg führen. Das stärkt das Selbstwertgefühl und ermuntert, auch andere Dinge auszuprobieren.
  • die kein sichtbares/ greifbares Endprodukt aufweisen, sondern der geistigen Wissensvermittlung dienen und den Forscherdrang schüren.
  • die erst nach einem längeren Prozess ein Endprodukt aufweisen.

Diese Balance lässt sich in allen Bereichen von Kunst, Musik, Naturwissenschaften, Sprachen, Bewegung, Ernährung etc. herstellen.

Individuelle Neigungen, Stärken und Defizite müssen dabei Berücksichtigung finden, was nur in Kleingruppen (10 -12 Kinder pro Krippengruppe, 20 – 22 Kinder in der Kindergartengruppe) möglich ist. Denn dort ist die Ruhe vorhanden, die es Kindern und Pädagogen ermöglicht, zu beobachten, zu begleiten und auf Einzelheiten einzugehen.

Entscheidend sind hier also Personaldichte und Personalqualität. Darum stellen wir hochqualifizierte Mitarbeiter ein, die in der Regel über zusätzliche Fähigkeiten verfügen, die wir sämtlichen Kindern in gruppenübergreifenden Angeboten zugänglich machen.

Bei Kleinkindern finden die Angebote auf Gruppenebene statt: Kinder in diesem Alter brauchen einen geschützten und vertrauten Rahmen, um sich positiv zu entfalten. Je nach Entwicklungstand und Bedürfnis der Kinder findet nach und nach eine Öffnung zu den anderen Gruppen statt. Dies ist ein wichtiger Prozess zur Erziehung in die Selbständigkeit.

DIE BEDEUTUNG DER GRUPPE

Wie bereits zu Anfang erwähnt, ist das Sozialverhalten in den Schulen ebenfalls ein großes Problem. Nur in der Gruppe können Kinder erleben und erlernen, Entscheidungen zu treffen und Toleranz zu üben:

  • mit wem möchte ich spielen?
  • wen mag ich, wen mag ich nicht?
  • wie gebe ich anderen Kindern Raum im Alltag und wie beanspruche ich eigenen Raum für mich?
  • wie komme ich in einer Gruppe zurecht und wie orientiere ich mich?

Uns liegt die ganzheitliche Sicht eines jeden Kindes am Herzen! Denn nur so können wir es rechtzeitig, nämlich in der wichtigsten Lebensphase (0 bis 6 Jahre) der eigenen Persönlichkeitsentwicklung, auf die vielfältigen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts intellektuell, emotional und sozial vorzubereiten. Denn:

Ein guter Start währt ein Leben lang.

Wir haben in unseren Villa Luna Kindertagesstätten die Menschen, die Räume und das Material, um Ihrem Kind genau das zu ermöglichen!

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